Beratungskonzept

1. Legitimation

Der Runderlass vom 8.12.1997 sieht die Erstellung eines Beratungskonzeptes für alle Schulen vor, wobei die Beratungstätigkeit in der Schule grundsätzlich ebenso wie Unterrichten, Erziehen und Beurteilen Aufgabe aller Lehrerinnen und Lehrer ist (§ 4 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 ADO – BASS 21 – 02 Nr. 4).

2. Begriffsklärung

Unter Beratung ist im Allgemeinen ein Gespräch mit dem Ziel, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen zu verstehen.

Auszug aus dem Duden

Beratung

  1. der Vorgang, dass jmd. einer anderen Person fachkundig Informationen über etwas gibt und Unterstützung für das Lösen von Problemen anbietet
  2. der Vorgang, dass eine Gruppe von Personen gemeinsam über ein Problem spricht und zu einer Lösung kommen will.

3. Zielsetzung

Beratung soll Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Entwicklung ermöglichen und zur Entfaltung ihrer besonderen Begabungen und Interessen, zu sozialer Verantwortlichkeit und zur Überwindung von Benachteiligung beitragen. Zur Zielerreichung können auch gewinnbringende Beratungsanlässe mit allen an Schule beteiligten Personen oder außerschulischen Partnern beitragen. Je schwieriger ein Problem ist, desto wichtiger und aufwendiger ist häufig ein durch Beratung begleitender Lösungsversuch.

Neben der Gestaltung von Lösungsversuchen von Problemen haben wir auch verschiedene Präventionsberatungen.

4. Berater und Klienten

Grundsätzlich jeder, der sprechen und verstehen kann: Berater und Klient müssen die gleiche Sprache beherrschen, und der Klient muss sich sprachlich ausdrücken können (vgl. Haarmann (Hrsg.) Elementare Schulpdagogik1997). Da Beratungsanlässe in Schule durch sehr unterschiedliche Probleme entstehen, kann grundsätzlich jede an Schule beteiligte Person in der Rolle als Berater oder Klient an Beratung beteiligt sein.

Neben der Beratung innerhalb der Schule sind auch Kontakte nach außerhalb zur Unterstützung im Sinne der Zielsetzung wichtig. Die wichtigsten außerschulischen Partner sind weiter unten aufgeführt.

Im Folgenden sind einige Personen mit ihrer besonderen Rolle bzw. Funktion und damit verbundenen Aufgaben als Berater eigeninitiativ zu werden aufgeführt:

  • alle Fachlehrerinnen und Fachlehrer
  • Klassenleitung
  • Schulleitung
  • Schulsozialarbeiter
  • SV-Lehrerinnen und Sv-Lehrer
  • Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer
  • Klassenpflegschaftsvorsitzende
  • Klassensprecherinnen und Klassensprechen

Wer wird beraten?

  • Schülerinnen und Schüler
  • Eltern und Erziehungsberechtigte
  • Kolleginnen und Kollegen
  • ...

Dabei ist immer die grundsätzliche Zielrichtung zu beachten (s.o.)

5. Beratungsinhalte

Auch hier gilt zu bedenken, dass Beratungsanlässe durch sehr unterschiedliche Probleme wahrgenommen werden, so dass vielfältige Inhalte entstehen können. Einige mögliche Inhalte sollen im Folgenden aufgeführt werden, da sie in unseren Beratungstätigkeiten regelmäßig zu finden sind.

  • Schullaufbahnberatung (neue Kl. 5; Orientierungsstufe; WP I / II; Schulwechsel; weiterführende Schulen)
  • Praktikumsberatung (Kl. 8/9/10)
  • Berufswahlvorbereitung (Kl. 9/10)
  • Potentialanalyse und Berufsfelderkundungen (Kl. 8)
  • Berufswahlberatung (Kl. 10)
  • Bewerbungstraining (Kl. 9/10)
  • Schulwahlberatung (Abschlussklassen)
  • Beratung in allg. Erziehungsfragen / Erziehungsproblemen
  • im familialen Umfeld (soweit möglich)
  • im schulischen Umfeld (u.a. bei Lernschwierigkeiten)
  • Sucht- / Drogenprävention und -beratung
  • Reaktion auf Drogenmissbrauch
  • Gewaltprävention - Konfliktlösungsstrategien
  • Prävention vor sexuellem Missbrauch (ggf. Beratung / Vermittlung von professioneller Beratung / Hilfe)

6. Außerschulische Partner

Außerschulische Partner werden anlassbezogen in die Beratungstätigkeit einbezogen. Die Kontakte werden von verschiedenen Personen aufrechterhalten oder ggf. neu initiiert und ergibt sich weitestgehend aus der Rollen- bzw. Funktionsdefinition der an Schule beteiligten Personen und den damit für Beratung verbundenen Aufgaben.

Das sind unsere wichtigsten außerschulischen Partner:

  • Dieser Link führt zu einem externen Angebot, für dessen Inhalt wir nicht haftbar sind. Schulberatungsstelle der Stadt Essen
  • Dieser Link führt zu einem externen Angebot, für dessen Inhalt wir nicht haftbar sind. Caritas Essen
  • Dieser Link führt zu einem externen Angebot, für dessen Inhalt wir nicht haftbar sind. Arbeiterwohlfahrt Essen
  • Dieser Link führt zu einem externen Angebot, für dessen Inhalt wir nicht haftbar sind. Polizei (KK Vorbeugung)
  • Dieser Link führt zu einem externen Angebot, für dessen Inhalt wir nicht haftbar sind. Jugendamt / Sozialamt der Stadt Essen
  • Dieser Link führt zu einem externen Angebot, für dessen Inhalt wir nicht haftbar sind. Arbeitsagentur (Email an die zuständige Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
  • Weiterführende Schulen
  • Kooperationsbetriebe

7. Methodik/Vorgehen/Möglichkeiten

Die Methodenwahl und das Vorgehen ist grundsätzlich personen- und anlassabhängig (vgl. Zielsetzung). Die Verantwortung der Gestaltung des methodischen Vorgehens liegt in der Regel bei den Personen, die als Berater agieren.

  • Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Kollegen, außerschulischen Institutionen
  • Koordination / Durchführung von Lehrer-Schüler-Gesprächen oder Lehrer-Klasse-Gesprächen
  • Feste Beratungslehrersprechstunden
  • Einbeziehung der Schülervertretung und Eltern in alle Vorhaben
    (SV-Sitzung; Klassenpflegschaften, ggf. Förderverein)
  • Erstellen eines Schullaufbahnplanes bzgl. Beratungsangeboten für entsprechende Klassen (jahreszeitliche Einordnung und Koordination mit betroffenen Kollegen – Klassen- / Politik- / Sowilehrer etc.)
  • Durchführung / Koordination / Betreuung schulinterner / schullaufbahnbegleitender Maßnahmen (Projekte / Unterrichtseinheiten / AGs, WP II-Bereich etc.) z.B.:
  • Projekt: Drogenprävention (Kl.8) einschl. Information des Kollegiums über begleitende präventive Maßnahmen
  • Mitarbeit / Mitkoordination der Mädchen- / Jungenförderung
  • Teilnahme der Schule an ergänzenden Maßnahmen der Stadt / Stadtteile zur Drogenprävention
  • Projekte / Veranstaltungen zur Drogenprävention / Gewaltprävention i.w.S.
    a. Freiwillige Sport-AGs; Projekte zur Schulhofgestaltung; Koordination der aktiven Pausengestaltung / aktive Wandermaßnahmen / Klassenfahrten
  • Zusammenarbeit mit dem Streitschlichterprogramm
  • Mitarbeit beim Tag der offenen Tür (Elterninformation)
  • Mitarbeit bei Anmeldung der neuen 5. Klassen (Elterninformation)
  • Mitarbeit bei den Informationsveranstaltungen zum WP I / II für Eltern und Schüler
  • Informationsveranstaltungen von Kooperationsbetrieben
  • Koordination von Schnupperpraktika
  • Mitarbeit bei der Vorbereitung / Durchführung des Schülerbetriebspraktikums
  • Projekt: Praktikumsvorbereitung / Chancen eines Praktikums (Kl. 8)

Für das aktuelle Schuljahr ist die Initiierung von kollegialen Fallberatungen vorgesehen. Dies haben sich im Verlauf des letzten Schuljahres mehrere Kolleginnen und Kollegen gewünscht und wird durch unseren Beratungslehrer angeleitet.

8. Evaluation und Qualitätssicherung

Die Evaluation und Qualitätssicherung der jeweiligen Beratung obliegt in der Verantwortung des Beraters.

Eine übergreifende Evaluation ist für uns auf Grund der sehr individuellen, persönlichen und vertrauensvollen Beratungssituationen zurzeit nicht vorgesehen.