Werteerziehung

1. Was verstehen WIR unter Werteerziehung?

Die Schülerinnen und Schüler der Franz-Dinnendahl-Realschule sollen unter Berücksichtigung ihrer Individualität in der sozialen Gemeinschaft der Schule zu werteorientiertem Handeln erzogen werden. Dadurch soll ihnen ein sinnvolles Lernen und Leben ermöglicht werden.

Welche Überlegungen liegen unserem Konzept zugrunde?

In der Schule verbringen die Schülerinnen und Schüler einen großen und wichtigen Teil ihrer Lebenszeit. Das ist eine Chance für uns alle, daraus eine wertvolle Zeit zu machen.

Wir glauben, dass Schule mehr ist als nur ein Ort des Lernens. Das ist besonders seit der Corona-Pandemie, die unser aller Leben in einer zuvor nicht für möglich gehaltenen Art und Weise ein­geschränkt und verändert hat, deutlich zu Tage getreten. Schule ist neben der Familie und dem Freundes- und Freizeitbereich auch ein bedeutsamer Ort des gemeinsamen Lebens, des persön­lichen und sozialen Lernens und letztlich eine Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben in sozialer und demokratischer Verantwortung.

Was macht das Leben insgesamt und das Zusammenleben im Besonderen wertvoll? Was trägt den Einzelnen und die (Schul-)Gemeinschaft? Was verleiht unseren Schülerinnen und Schülern auch im Schulalltag Selbstvertrauen, Stärke und Energie und führt zur Befähigung, ein eigen­ständiges und letztlich glückliches Leben zu führen, das im persönlichen und sozialen Bereich als erfüllend und wertvoll erlebt wird? Diesen Fragen möchten wir uns auch im schulischen Kontext stellen.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, unseren Schülerinnen und Schülern den Wert gegenseitiger Wertschätzung zu vermitteln und sie in ihrem Vertrauen und ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Wir möchten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, jeden Tag neue Erfahrun­gen zu machen, sich weiterzuentwickeln und persönlich zu wachsen. Unsere Überzeugung ist, dass dies gut gelingen kann, wenn man sich dabei auf einem positiven Wertefundament bewegt.

Unsere grundlegenden Werte und Vorstellungen haben wir in unserem Leitbild festgehalten. Die Kurzform unseres Leitbildes hat ihren Niederschlag in einer im wahrsten Sinne des Wortes großen Idee gefunden. Diese Idee lässt sich zugleich in einem Wort und einem Bild zusammenfassen: in unserem WIR. Es bildet das Fundament unserer pädagogischen Grundorientierung und findet Ausdruck in einem WIR-Gefühl, das wir besonders auch in unseren Werteerziehungsstunden stärken wollen.

Warum sprechen wir über Werte?

Unsere Überzeugung ist: Werte sind wichtig. Deswegen sollte man auch in der Schule über Werte sprechen. Damit Werte eine Relevanz für das eigene Leben bekommen, muss man sie im Zusammenleben erfahren, reflektieren und - wenn man sie persönlich als wertvoll anerkennt - ins ei­gene Leben integrieren. Werte muss man (vor-)leben. Natürlich geschieht das in verschiedenen Lebensbereichen. Am prägendsten sind die Erfahrungen, die im familiären und persönlichen Umfeld gemacht werden. Die Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler in ihrem Schulleben im täglichen Miteinander machen, sind allerdings auch von nicht zu unterschätzender Be­deutung. Im Hinblick auf die Zeit der Pubertät, in der sich die Persönlichkeit stark entwickelt, ist es von großer Relevanz, dass die Schülerinnen und Schüler in dieser für alle Beteiligten oft her­ausfordernden Zeit immer wieder in verschiedenen Kontexten die Möglichkeit bekommen, ein positives Selbstbild zu entwickeln. Aus diesem Grund ist neben dem fachlichen auch das per­sönliche und soziale Lernen von unschätzbarem Wert. An diesem Punkt setzt unsere Idee der Werteerziehung ein.

2. Organisation der Werteerziehungsstunden

Der Unterricht im Fach Werteerziehung wird in jeder Klasse und jedem Jahrgang von der Klassenleitung erteilt und hat zum Ziel, die Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu stärken. Wir sind der Überzeugung, dass persönliches, soziales und fachliches Lernen untrennbar miteinander verbunden sind.

In den wöchentlich stattfindenden Werteerziehungsstunden geht es substanziell um Themen, die unsere Schülerinnen und Schüler in ihrem Schulalltag und in ihrem persönlichen Leben betref­fen. Das sind zunächst einmal Klassengeschäfte, organisatorische Fragen oder aktuelle Themen oder Probleme, die wichtig für das Schulleben bzw. die einzelne Klasse sind und für die sich die Klassenleitung im Rahmen dieser Stunden Zeit nehmen und den Schülerinnen und Schülern ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen kann – auch außerhalb des reinen Fachunterrichts. Zudem geht es in unserem Werteerziehungsunterricht natürlich auch explizit um Werte.

3. Werte, auf die WIR Wert legen

Grundlegende Werte, auf die wir großen Wert legen, finden sich u.a. in unserem Leitbild. Das sind zum Beispiel:

  • Wertschätzung
  • Toleranz
  • Vertrauen
  • Respekt
  • Hilfsbereitschaft
  • Unterstützung
  • soziale Verantwortung
  • Partizipation
  • Gleichberechtigung
  • Akzeptanz
  • Vielfalt
  • Verantwortung
  • Disziplin
  • Zusammenhalt
  • Umweltschutz
  • Gesundheit
  • Selbstfürsorge
  • Selbstständigkeit

Diese Werte werden in unterschiedlicher Schwerpunktsetzung in den einzelnen Jahrgangsstufen thematisiert.

Unser Bestreben ist, dass die Schülerinnen und Schüler dadurch immer mehr in die Lage versetzt werden, ihr Denken und Handeln nach einem für sie richtigen Wertekompass auszurichten.

4. Projekte im Werteerziehungsunterricht

Im Rahmen des Werteerziehungsunterrichts gibt es unterschiedliche Projekte und Themen, die im Sinne eines spiralförmigen Curriculums auf die verschiedenen Jahrgangsstufen verteilt sind. Wichtige Werte werden bei den unterschiedlichen Projekten thematisiert, dabei jedoch alters­angemessen aufbereitet und vertieft.

So geht es in unseren Werterziehungsstunden u.a. um folgende Themen oder Projekte:

  • Kennenlernen
  • Teambuilding
  • Klassengemeinschaft
  • Stärkung des WIR-Gefühls
  • Leitbild
  • Regeln: Kommunikation, Umgang miteinander
  • Hilfen bei der Alltagsstrukturierung und Lernorganisation
  • Lernen zu lernenKlassenrat
  • Theaterprojekt: Cool bleiben, fair streiten
  • Gesundheits- und Hygieneerziehung (präventiv)
  • Verkehrserziehung (Projekt mit der Ruhrbahn, der Polizei und dem ADAC)
  • Umwelterziehung (Sauber-Zauber-Tag)
  • Demokratietraining: Workshop
  • Projekt „Anders ist normal“ zur Förderung von Respekt, Toleranz und Vielfalt
  • Berufsorientierung
  • BuddY-Projekt
  • Bewerbungstraining
  • Konfliktlösungsstrategien
  • Streitschlichtung
  • Prävention gegen Mobbing, Gewalt, Rassismus, Drogen
  • Schulpatenschaften
  • Lernpatenschaften
  • Planung von Festen und Feiern im Schulalltag
  • FDRS Talentshow
  • Medienerziehung (Umgang mit Medien und social media, Medienpass, Medientage)
  • Hilfe bei der Digitalisierung (besonders in der Zeit des Distanzunterrichts)
  • Umgang mit Videokonferenzen

5. Werteerziehung in der besonderen Zeit der Corona-Pandemie

Neben all den negativen Begleiterscheinungen, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat, ist eine der positiven Entwicklungen die Einstellung zur Schule und das Bild, das sich alle am Schulleben Beteiligten von der Schule nun machen. Was vor der Pandemie oft undenkbar war: Schülerinnen und Schüler vermissen die Schule. Sie freuen sich auf das Schulleben, auf die Ge­meinschaft und auf das Lernen mit den Mitschülerinnen und Mitschülern und uns Lehrerinnen und Lehrern. Darin liegt eine große Chance.

Gerade in dieser unruhigen Zeit ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern einen ruhigen und sicheren Ort zum Lernen und Zusammenleben zu bieten, in dem sie sich trotz aller Unsicherheiten angenommen fühlen, damit sie so gut wie möglich lernen und sich entfalten können.

Wenn die Schülerinnen und Schüler nach dem aktuellen Lockdown wieder in die Schule kommen, wird es noch bedeutsamer, ihnen zu zeigen, welche Werte für uns als Schulgemeinschaft essentiell und wertvoll sind.

Im ersten Abschnitt unseres Leitbildes steht: „Das Wohlfühlen in unserer Schule ist wichtige Voraussetzung für die Freude am Lernen und Lehren. Die Wertschätzung allen Personen sowie Gegenständen ist uns wichtig. Vertrauen, Respekt und Hilfsbereitschaft sind dabei die Grund­bausteine für unsere Willkommens- und Wohlfühlkultur“.

Nach der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts wird es einen Unterschied machen, wie wir die Werte aus unserem Leitbild mit Leben füllen, damit die Schülerinnen und Schüler sich will­kommen und in ihrer Schule zu Hause fühlen. Unser Ziel ist, dass WIR alle gemeinsam unsere Werte wertschätzen und leben.